Interview auf Hochdeutsch

Du bist in Huxahl aufgewachsen und hast diesen Ort kaum verlassen. Erzähl mal.

Ich bin in Huxahl geboren. Nur während meiner Ausbildung war ich in Celle. Weil mein Bruder W. und unser Nachbar W. auch im selben Betrieb beschäftigt waren, wohnten wir mit der Familie unseres Chefs in dessen Haus. Das war Schlachter M. in der Neustadt. Montags morgens fuhr ich mit der OHE nach Celle, und sonnabends nachmittags kam ich wieder nach Hause. Das war für uns eine schöne Zeit. Wir gehörten zur Familie, es wurde kein Unterschied zwischen der Familie und den Beschäftigten gemacht. Feierabend war erst dann, wenn alles fertig war.

1967 habe ich B. geheiratet, und wir sind in das Haus meiner Schwiegereltern gezogen. Wir lebten ohne Streit zusammen, weil alle sich zurückgenommen haben, auch wenn man mal anderer Meinung war. Wir haben drei Kinder und vier Enkelkinder.

Du machst verschiedene Arbeiten für die Kirche. Was machst du genau?

Mir ist das Kirchenleben sehr wichtig. In der letzten Zeit komme ich selten in die Kirche. Aber ich mache regelmäßig mit sechs anderen Personen das Gemeindehaus sauber, und ich verteile seit ungefähr zehn Jahren den Gemeindebrief.

Wie würdest du deine Einstellung zur Kirche beschreiben?

Mir gefällt alles! Auch wenn manches Neue gewöhnungsbedürftig ist. Aber ich finde, man muss dem Neuen eine Chance geben.

Warum ist dir das wichtig?

Wir haben so einen guten Pastor und so einen guten Küster! Die begegnen einem mit einem Lächeln im Gesicht, sind immer zuverlässig und hilfsbereit.

Wenn du auf dein Leben zurückblickst, was war dir immer wichtig?

Ich finde es wichtig, dass man auf andere Menschen achtet, ihnen zuhört und ihnen auch zeigt, dass man für sie Zeit hat. Ich lese gern, besonders plattdeutsche Geschichten. Was ich mir wünsche: Ich möchte gerne noch mal mit all den Leuten reden, die mir von früher erzählt haben. Davon weiß ich noch nicht genug.

Was wünschst du dir für die nächste Zeit?

Ich bin zufrieden. Wenn ich auch mal meckere, weiß ich doch, dass ich die Menschen nicht ändern kann und auch kein Recht habe, mich einzumischen. Mein Leitsatz ist: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Und was mir noch wichtig ist: „Man soll alte Suppen nicht aufwärmen, irgendwann fangen die an zu stinken.“

Vielen Dank für deine Offenheit und deine Zeit. Möchtest du noch etwas ergänzen?

Für die Zukunft der Kirche wird es bestimmt mal eng, wenn man die heutige Situation sieht. Aber ich weiß, und so habe ich es auch immer bei den Schützenfrauen gehandhabt: Wenn von zehn Leuten fünf mitmachen, ist das gut. Und für die fünf mache ich das gern!