Liebe Gemeindemitglieder!
Die Ferien sind vorbei und hoffentlich hat der Sommer ihnen und euch so manches Stärkende mit auf den Weg gegeben. Im Kirchenjahr ist es nicht mehr lange hin bis zu Erntedank. Und für uns als Kirchengemeinde war das Jubiläum unseres Spendenladens auch schon eine Form von Erntedank. Wir konnten noch einmal eintauchen in 20 Jahre Geschichte, in der Menschen aus unserem Kirchspiel von ersten Visionen an mit viel Inspiration, Einsatzbereitschaft und Freude etwas aufgebaut haben. Und das hat unsere Gemeinde, unser Dorf und unsere Kinder- und Jugendarbeit sehr bereichert. Und es hat gutgetan, auf all das noch einmal zu schauen, Bilder zu sehen, stärkende Geschichten zu erzählen, zu sehen, was alles möglich ist, wenn Menschen sich gemeinsam mit ihrem Glauben auf den Weg machen. Ernte und Dank verändert mich! Wenn ich es zulasse!
Und nun: Ist der Sommer vorbei und ich schaue wieder nach anderen Kleidungsstücken. Und vielleicht ist das ja auch eine Geschichte für mich persönlich – wie die des Spendenladens. Vielleicht fällt sie mir ja auch dort auf, beim Blick in den Schrank: meine Dankbarkeit; wie ein vergessenes Kleidungsstück zwischen den festlichen Hemden und den Jogginghosen, den Jeans und dem Lieblingsshirt. Zwischen all dem Überfluss aus Stoff. Zwischen dem Fest und dem Alltag. Da hängt sie – ein bisschen zerknittert und ungelüftet, an einer Stelle haben Motten daran geknabbert. Dankbarkeit ist aus der Mode gekommen, für manche geradezu altbacken. So etwas zieht man doch nicht mehr an… Könnte eigentlich auch in den Altkleidersack.
Aber draußen ist kein Sommer mehr. Und tief innen drinnen im Körper auch nicht. Also hole ich meine Dankbarkeit heraus. Ich ziehe sie über. Ihre Wärme geht über das Äußere ins Innere, legt sich um meine Schultern. Ich kann loslassen, ankommen im Geradejetzt, eingehüllt. Ich atme die neuen Farben in mich hinein. Und auf einmal ist alles, was ich gerade brauche, wieder da. Danke, Dankbarkeit!
Ein komischer Gedanke: die Dankbarkeit als Kleidungsstück? Welches Kleidungsstück steht für Sie für Dankbarkeit? Und woran erinnert es Sie, wenn Sie in dankbare Gedanken noch einmal hineinschlüpfen? Ich grüße Sie und Euch mit Psalm 103: „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“
Herzlichst Ihr
Stefan Thäsler